FRISCH AUF! im Gedenken an Bernhard Kempa

Heute vor einhundert Jahren wurde Bernhard Kempa im oberschlesischen Oppeln geboren. Als er nach dem zweiten Weltkrieg im Jahr 1947 nach Göppingen kam, war zwar bereits eine kleine Keimzelle in Form einer Gruppe talentierter junger Handballer gelegt, aber mit ihm bekam die Entwicklung des Handballs bei FRISCH AUF! eine rasante Dynamik. Bereits 1948 gelang unter dem Spielertrainer Bernhard Kempa der Gewinn der Württembergischen Meisterschaft, übrigens zusammen mit seinen Brüdern als Mitspieler. 1949 folgte der erstmalige Gewinn der Süddeutschen Meisterschaft. Den nationalen Durchbruch schafften die "Kempabuben" genannte Göppinger Mannschaft im Jahr 1954, als die beiden ersten Deutschen Meisterschaften errungen wurden, in der Halle und im Feld. Der weitere sporthistorische Verlauf der ist bekannt und gipfelte im ersten Gewinn einer deutschen Vereinsmannschaft im Europapokal der Meister 1960.

Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1961 legte Bernhard Kempa das Traineramt nieder. Im Jahr 1966 kehrte er aber auf die Kommandobrücke von FRISCH AUF! zurück und führte die neu zusammengestellte Mannschaft 1970 zum erneuten Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Mit diesem Erfolg trat Bernhard Kempa endgültig zurück. Er hatte bis dahin den Aufbau des Vereins zu einer festen Größe im deutschen Vereinshandball maßgebend geprägt. In den folgenden Jahrzehnten wurde es allerdings ruhig um die Beziehung des Vereins mit Bernhard Kempa, obwohl dieser im nahegelegenen Bad Boll lebte. Erst Ende der 90er Jahre wurden die Kontakte auf Initiative des damaligen FRISCH AUF!-Managers Andreas Schweickert wieder enger. Fortan besuchte Bernhard Kempa die Heimspiele wieder regelmäßig. In Erinnerung blieb beispielsweise ein Heimspielbesuch des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel, den Bernhard Kempa an diesem Tag in der Hohenstaufenhalle betreute. Dass später die EnBW als Hauptsponsor bei FRISCH AUF! einstieg, kann gerne im Zusammenhang mit dieser guten Gastfreundschaft gesehen werden.

Bernhard Kempa hat nicht nur den Verein FRISCH AUF! - zusammen mit seinen damaligen Mitstreitern, von denen Heinrich Zeller beispielhaft benannt werden kann - auf ein anderes Niveau gehoben. Auch für Deutschland war er aktiv und wurde 1952 und 1955 Weltmeister im Feldhandball. Eine besondere Pass-Tor-Folge des attraktiven Handballsports ist mit dem "Kempa-Trick" nach ihm benannt. In Sportkreisen gilt Bernhard Kemap als Fritz Walter des Handballs. Nach seiner Handball-Zeit war Bernhard außerordentlich erfolgreich im Senioren-Tennis aktiv. Bernhard Kempa verstarb vor drei Jahren im Alter von 96 Jahren. FRISCH AUF! gedenkt ihm anlässlich des Tages, an dem sich sein Geburtstag zum hundersten Mal jährt.