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FRISCH AUF! Geschichte


FRISCH AUF! - Die Zukunft liegt in der Vergangenheit

Elf Mal war FRISCH AUF! Deutscher Meister, zweimal Europapokalsieger. Die Kempa-Buben haben in den 50er- und 60er-Jahren ganze Arbeit geleistet und den Grundstein zur Legendenbildung gelegt. 1972 letztmals Meister, hielt sich FRISCH AUF! mit dem bis heute unerreichten Torschützenkönigs Jerzy Klempel bis 1989 im Handball-Oberhaus. Vier Jahrzehnte Spitzenhandball waren geprägt von spannenden Spielen, ausverkauften Hallen und großen Persönlichkeiten. Bernhard Kempa war der Vater, in dessen Fußstapfen erfolgreich Söhne wie etwa Gerhard Grill, Horst Singer, Peter Bucher und Uwe Rathjen traten.

Umso härter traf die Fans der Abstieg. Die Ursachen für zwölf Jahre Zweitklassigkeit lagen vor allem im wirtschaftlichen und strukturellen Bereich, obwohl die treuen Fans FRISCH AUF! stets den Rücken stärkten. Eine Spielgemeinschaft mit Scharnhausen verhinderte den Abstieg in die Regionalliga. Aus dem Scheitern dieser "Zweck-Ehe" entstand die Kraft einer eigenständigen und neuen Initiative für Erstliga-Handball in Göppingen. Weitere vier Jahre Aufbauarbeit waren nötig, um neben dem Abbau von Schulden eine erstligareife Mannschaft zu formen. Trainer Christian Fitzek hatte die Mannschaft im Aufstiegsjahr richtig gemischt: Neben erfahrenen Spielern wie Marc Nagel und Aleksandar Knezevic wirbelten junge Wilde wie die Publikumslieblinge Bruno und Pascal Morgant.

Zu Beginn der ersten Erstliga-Saison stießen mit Jaume Fort, David Szlezak und Jörn Schläger hochkarätige Neuzugänge hinzu. Der "wilde Süden" erlebte einen Traumstart mit unvergesslichen Punktgewinnen gegen Lemgo und Flensburg. Göppingen war wieder auf der Handball-Landkarte. Und zwei bundesweit übertragene Livespiele aus der Hohenstaufenhalle fanden enorme Zuschauerresonanz. Die Etablierung in der ersten Liga kostete natürlich auch Lehrgeld, aber FRISCH AUF! hatte den Willen, in der Erfolgspur zu bleiben.

Die zweite Stufe wurde mit der Verpflichtung von Trainer Velimir Petkovic gezündet. Er führte das FRISCH AUF!-Team in das gesicherte Mittelfeld. Um internationale Spitzenspieler wie den tschechischen Nationaltorwart Martin Galia und den isländischen Nationalspieler Jaliesky Garcia baute er auch junge deutsche Talente in die Mannschaft ein und führte das Team 2006 bis in das Finale des Europapokals. Dragos Oprea, Christian Schöne und Michael Schweikardt etablierten sich zu Stammspielern in der Bundesliga und Michael Kraus führte das Team von der Mittelposition. Er schaffte nicht nur den Sprung ins Nationalteam, sondern trug erheblich zum Gewinn der Weltmeisterschaft 2007 bei. Neben den qualitativ hochwertigen Verpflichtungen von Nationalspielern unterschiedlicher Länder setzt FRISCH AUF! aber weiterhin auf die Integration junger deutscher Spieler, vornehmlich aus dem süddeutschen Raum. Eine große Unterstützung liefert dabei die Handball Akademie Göppingen, die mit der Funktion eines DHB- und HVW-Stützpunkts versehen, qualitativ hochwertiges und vereinsübergreifendes Training für Jugend- und Juniorenauswahlspieler anbietet. Zuletzt haben die Junioren-Nationalspieler Tim Kneule, Kai Häfner und Fabian Gutbrod den Sprung in den FRISCH AUF!-Kader geschafft.

In der Saison 2008/09 gelingt schließlich erneut die Qualifikation für den EHF-Pokal 09/10. Mit 42:26 Punkten belegt FRISCH AUF! am Ende einer tollen Saison, die aufgrund der Erweiterung und Modernisierung der Hohenstaufenhalle zur neuen EWS Arena vollständig in der Stuttgarter Porsche Arena gespielt werden muss, einen hervorragenden sechsten Platz in der Abschlusstabelle. Damit gelingt die beste Platzierung seit 1983 (damals 5. von 14 Mannschaften). Leistungsträger des aktuellen Teams sind Torwart Enid Tahirovic, Abwehrchef Dalibor Anusic, Top-Torjäger Dragos Oprea und der beste FRISCH AUF!-Feldtorschütze Pavel Horak. Kreisläufer Manuel Späth absolviert im Lauf der Saison seine ersten Länderspiele für Deutschland.