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Generationentreffen


Velimir Petkovic
Name
Edwin Vollmer
Trainer
Position
Trainer
Tihaljina (Bosnien-Herzegowina)
Geburtsort
Süssen
03.07.1956
Geburtstag
12.01.1933
2004 bis heute (gerne 2014...)
für FA aktiv
1946-1960 als Spieler
1961-1965 als Spielertrainer
1966 als Trainer
ca. 300
Spiele für FA
Unzählige

Welches war Dein erstes Spiel von FA an das Du Dich bewusst erinnerst?

Edwin Vollmer: 1946 das Derby gegen die Turnerschaft auf dem Großfeld.
Velimir Petkovic: 1994, das war mein erstes Spiel als Trainer in Rintheim, gegen FA im Abstiegeskampf. Rintheim hat mit einem Tor gewonnen.


Welches war Dein erstes Spiel im Trikot von FRISCH AUF! Göppingen?

Edwin Vollmer: Als Aktiver müsste das 1953 gegen Oßweil gewesen sein.
Velimir Petkovic: Das erste Pflichtspiel als Trainer bei FA war am 12. September 2004 in Essen.


Was war Dein schönster Moment in Deiner Zeit bei FRISCH AUF! Göppingen?

Edwin Vollmer: Da gab es einige, besonders aber sicher die erste Meisterschaft 1954 und der erste Europapokal-Sieg 1960.
Velimir Petkovic: Der Sieg gegen Kiel in meinem ersten Jahr in Göppingen (6. Spieltag), das war ein toller Einstand. Der Halbfinalsieg im EHF-Cup gegen Créteil mit dem Herzschlagfinale. Der Sieg gegen den HSV in dieser Saison.


Hattest bzw. hast Du bestimmte Rituale vor dem Spiel?

Edwin Vollmer: Nein, überhaupt nicht.
Velimir Petkovic: Der ganze Spieltag ist bei mir ein Ritual. Angefangen vom morgendlichen Kaffeetrinken bei einem Freund, über das gedankliche Abspielen der Optionen für das Spiel, bis zu einer Runde im Park vor dem Spiel, egal ob es schneit, regnet oder die Sonne scheint.


Handball früher und heute, was sind die signifikantesten Unterschiede?

Edwin Vollmer und Velimir Petkovic: : Eigentlich lässt sich das nicht miteinander vergleichen, die Veränderungen sind riesig. Von einem reinen Amateursport mit teilweise schlechten oder gar widrigen Umständen ist ein absoluter Profisport mit immer besseren Rahmenbedingungen geworden. Für den Zuschauer lässt sich das am einfachsten an der Athletik und der Geschwindigkeit der Spieler und des Spiels feststellen.


Wie beurteilt Ihr die Entwicklung bei FA in den letzten 15 Jahren?

Edwin Vollmer: Die ist sehr positiv zu bewerten, sowohl auf dem Spielfeld als auch im Umfeld. Vor allem die Verpflichtung von Petko hat dem Ganzen noch mal einen Schub gegeben, es wird kontinuierlich an Verbesserungen gearbeitet.
Velimir Petkovic: Ich hatte schon immer eine positive Meinung über FA, viele Leute in Göppingen wissen bis heute nicht, welche Strahlkraft FA in ganz Europa hat. Die positive Entwicklung ist harte Arbeit. Heute haben wir ein funktionierendes Team in Mannschaft und Management, das ist auch von außen erkennbar.


Wo führt der Weg von FRISCH AUF! Göppingen in den nächsten Jahren hin?

Edwin Vollmer: Da können die finanziellen Ressourcen eine große Rolle spielen. Mit den aktuellen Möglichkeiten und der vorhandenen Mannschaft ist eventuell ein 4. Platz und mit viel Glück auch mal ein 3. Platz möglich, dazu muss aber alles klappen und es müssen Gegner schwächeln. Ansonsten ist das bisher erreichte bereits ein großer Erfolg, und wenn dieses Niveau gehalten werden kann, wäre das toll.
Velimir Petkovic: Unsere momentane Situation sehe ich als riesigen Erfolg an. Die Entwicklung war kontinuierlich und auch relativ schnell. Jetzt kommt eine schwere Zeit auf uns zu, den die Schritte, die wir jetzt noch nach vorne machen können, sind kleine Schritte in einem langwierigen Prozess. Das wird von uns allen Geduld erfordern. Es kann aber auch Rückschläge geben. Dann wird es wichtig sein, dass wir auch dann zusammenstehen.


Welche aktuellen Trends seht Ihr im Handball-Sport?

Edwin Vollmer: Grundlegende Veränderungen sehe ich nicht, wobei ich mir manchmal wünsche, dass das Regelwerk einfacher und transparenter werden würde. Vielleicht werden die Deckungsreihen wieder flexibler und spielen nicht nur ein System. Gummersbach hat das mit Erfolg gegen den HSV praktiziert.
Velimir Petkovic: Etwas grundlegend Neues zu bringen ist kaum möglich. Es ist aber zu beobachten, dass die Zahl der Angriffe in einem Spiel im Durchschnitt wieder zurückgeht.


In den Hallen ist leider zunehmend ein aggressives Verhalten von Fans zu hören und zu sehen. Manche sehen darin eine Entwicklung zu Fußballverhältnissen. Wie beurteilt Ihr diese Entwicklung?

Edwin Vollmer: Ich denke die zunehmende Aggressivität ist ein allgemeines Problem, welches auch vor den Handball-Hallen nicht haltmacht. Die Vereine sollten diese Entwicklung genau beobachten und gegebenenfalls auch einschreiten.
Velimir Petkovic: Der Intellekt in einer Handball-Halle ist ein anderer als in einem Fußball-Stadion, deshalb setzte ich da auf eine Selbstreinigung, die solche Entwicklungen stoppt. Dazu gehört es aber auch, dass die Auswüchse offen angesprochen werden und man klarmacht, dass solche Verhaltensweisen nicht erwünscht sind.


Welche Interessen verfolgt Ihr über den Handballsport hinaus?

Edwin Vollmer: Ich genieße meinen Ruhestand, spiele Tennis, fahre Ski und Rad, verbringe Zeit mit der Familie und treffe mich auch noch regelmäßig mit meinen Handball-Kameraden.
Velimir Petkovic:  Ich lebe und genieße den Handball. Darüber hinaus bleibt nicht viel Zeit, aber ich beschäftige mich gerne mit Geschichte und Politik und lese auch gerne darüber.


Frage von Petkovic an Vollmer: Wann waren Sie das letzte Mal in der Halle?

Edwin Vollmer: Am 12. März waren wir (die Europapokalsieger von 1960) vom Hauptverein zum Heimspiel gegen Wetzlar eingeladen. Ansonsten bin ich nicht oft in der Halle, da es Unstimmigkeiten aus der Vergangenheit gibt, die bis heute nachwirken. Ich verfolge die Leistung der Mannschaft mit Interesse aber eher aus der Ferne.


Frage von Vollmer an Petkovic: Wäre der THW oder HSV eine Aufgabe für Sie?

Velimir Petkovic: Das ist eine schwere Frage. Das sind die besten Vereine in Deutschland und mit die besten Vereine in Europa. Jeder Trainer träumt davon einmal solche Möglichkeiten zu haben, aber jeder Trainer weiß auch, wie gefährlich dieser Posten bei einem solchen Verein sein kann. Ich bin sehr zufrieden in Göppingen und sehe hier noch großes Entwicklungspotenzial.


Die Saison ist noch nicht ganz zu Ende, aber man kann schon jetzt von einer erfolgreichen Saison sprechen. Wie seht Ihr das?

Edwin Vollmer: Egal ob am Ende der 5. oder der 6. Platz steht, das ist ein hervorragendes Ergebnis, mit dem man sehr zufrieden sein kann.
Velimir Petkovic:  Das Ziel war der 6. Platz, dieses Ziel haben wir erreicht, damit können wir sehr zufrieden sein. Wir können aber den 5. Platz holen und uns damit direkt für den EHF-Cup qualifizieren, das ist unser Ziel und dafür werden wir alles geben.


Wie lautet Eure Prognose für die kommende Saison?

Edwin Vollmer: Es sind viele junge Leute in der Mannschaft, die noch Entwicklungspotenzial haben. Deshalb sehe ich auch der nächsten Saison mit Zuversicht entgegen.
Velimir Petkovic: Wir haben auch ohne namhafte Neuzugänge noch Entwicklungsperspektiven, aus den Spielern kann noch viel herausgekitzelt werden. Dazu wird unsere Abwehr mit der Rückkehr von Anusic deutlich an Qualität gewinnen.


Das vollständige Interview finden Sie unter www.evergreen-gp.de
Wir bedanken uns recht herzlich für das sehr angenehme Treffen!