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Generationentreffen


Michael Haaß
Name
Bernd Vollmer
Rückraum Mitte
Position
Rückraum Mitte
Essen
Geburtsort
Heiningen
12.12.1983
Geburtstag
01.01.1969
seit Juli 2009
für FA aktiv
1989-1994
dazw. ein halbes
Jahr in Oßweil
ca. 100
Spiele für FA
ca. 200

Wo bzw. wie habt Ihr den Sieg des EHF-Pokals erlebt?

Bernd Vollmer: Das Hinspiel habe ich Live gesehen und nicht daran geglaubt, dass der Vorsprung reicht. Das Rückspiel konnte ich leider nicht direkt verfolgen, habe aber sobald wie möglich zu Hause in den Videotext geschaut und mich sehr über das Ergebnis gefreut.
Michael Haaß: (mit breitem grinsen im Gesicht) Ich habe auf dem Feld gestanden und etwa in der 59. Minute realisiert, dass das reichen sollte.


Wie schätzt Ihr diesen Titelgewinn ein?

Bernd Vollmer: Dieser Titel ist enorm wichtig, er ist das Tüpfelchen auf dem i und die Krönung und Bestätigung der Arbeit der letzten Jahre. Frisch Auf! und die Region wird davon profitieren.
Michael Haaß: Ein sehr wichtiger Titel und eigentlich die logische Konsequenz der letzten Jahre, in denen es stetig bergauf ging. Ab dem Halbfinale haben wir auch gespürt, wie wichtig dieser Titel für das gesamte Umfeld ist, und dass wir das Ding unbedingt holen sollten.


Ihr habt beide auch eine Essener Vergangenheit, seid Ihr Euch dort begegnet?

Bernd Vollmer: Zum ersten mal begegnet sind wir uns erst im Juli 2009 beim Abschiedsspiel von Volker Michel und Mark Dragunski. In meiner aktiven Zeit in Essen (1994-1998) war Michael noch zu jung, um mir bewusst zu begegnen.
Michael Haaß: Ich habe Bernd Vollmer natürlich in Essen spielen gesehen, das waren meine Idole und das Mannschaftsfoto mit ihm hing in meinem Kinderzimmer.


Welches war Euer erstes Spiel von FAG (passiv) an das Ihr Euch erinnert?

Bernd Vollmer: Das war ein Spiel irgendwann Anfang der 1980iger Jahre und Gegner war der VFL Fredenbeck.
Michael Haaß: Das war im Herbst 2001, mit 18 Jahren mein erstes Jahr im Kader von TUSEM Essen, und wir haben in Göppingen gespielt. Ich habe das ganze Spiel aber nur auf der Bank gesessen. Damals hat sich mir eingebrannt, dass Göppingen ein heißes Pflaster mit besonderen Fans ist.


Welches war Dein erstes Spiel im Trikot von FRISCH AUF! Göppingen?

Bernd Vollmer: Das war 1989 mein erstes Punktspiel in der 2. Liga Süd gegen Rintheim.
Michael Haaß: Im September 2009, ich war neu in Göppingen und wir spielten in der frisch umgebauten EWS-Arena. Da wurde mir recht schnell klar was für eine Stimmung hier möglich ist, und dass es einfach großen Spaß macht hier zu spielen.


Was war Dein schönster Moment in Deiner Zeit bei FRISCH AUF! Göppingen?

Bernd Vollmer: Insgesamt war das natürlich eine schwierige Zeit, in der ich bei FA gespielt habe. Es gab aber trotzdem schöne Momente, so z.B. ein Auswärtssieg in Aue, mit dem wir damals den Nichtabstieg erkämpft haben.
Michael Haaß: (wieder mit breitem Grinsen) Natürlich der Europapokal Sieg in Großwallstadt. Aber auch andere besondere Momente, so z.B. der Heimsieg im Dezember 2010 gegen die Rhein-Neckar Löwen oder die Siege gegen Hamburg.


Welches war Euer schlimmster Moment in der Zeit bei FA?

Bernd Vollmer: Ganz klar der sportliche Abstieg in die Regionalliga, der nur durch die Spielgemeinschaft mit Scharnhausen verhindert werden konnte.
Michael Haaß: Dagegen sind meine negativen Momente eher Luxusprobleme. Die Niederlage im Europapokal in Schaffhausen hat weh getan, aber auch das diesjährige Halbfinale im Final 4 gegen Kiel. Wir hatten an diesem Tag die Möglichkeit den THW zu ärgern und sind an uns selbst gescheitert.


Wie beurteilt Ihr die Entwicklung von FA in den letzten 15 Jahren?

Bernd Vollmer: Es wurde über die Jahre mit seriöser Arbeit eine gesunde Basis geschaffen, auf der heute professionell gearbeitet werden kann. Das ist eine tolle Leistung.
Michael Haaß: So lange ist es noch gar nicht her, da galt Göppingen als Dorfclub dem man keine besondere Beachtung schenken muss. Doch es wurde ganz bewusst und mit viel Ehrgeiz eine stetige Entwicklung vorangetrieben, sowohl im sportlichen Bereich als auch im Umfeld (z.B. Erweiterung der Halle). Das Ergebnis können wir heute sehen.


Wo kann der Weg von FA in den nächsten Jahren hinführen?

Bernd Vollmer: Sportlich noch weiter nach vorne zu kommen wird extrem schwierig, das ist einfach auch eine Frage des Etats und da bewegen sich Kiel, Hamburg und Mannheim einfach in einer anderen Welt. Eine Konsolidierung auf dem aktuellen Niveau würde ich schon als Erfolg sehen, bei zu hohen Erwartungen besteht ansonsten auch schnell die Gefahr von Enttäuschungen.
Michael Haaß: Man muss sich darüber im Klaren sein, dass wir die letzten 2 Jahre absolut an der oberen Grenze gespielt haben. Das beizubehalten oder gar zu steigern ist extrem schwierig. In einem extrem guten Jahr ist vielleicht mal eine Saison wie die aktuelle der Berliner möglich, genau so kann aber auch ganz schnell mal ein 8. Platz herauskommen.


Habt bzw. hattet Ihr bestimmte Rituale vor dem Spiel?

Bernd Vollmer: Ja, ein ganz einfaches. Ich habe immer zuerst den rechte Schuh und den Knieschoner angezogen.
Michael Haaß: Nein. Wobei ich auch schon ein paar Sachen probiert habe, die aber alle nichts gebracht haben. Vielleicht ist daher mein Ritual, dass ich keines habe. Wenn ich Kollegen mit 2 bis 70 Ritualen sehe, dann ist meines auf jeden Fall einfacher...


Was macht Bernd Vollmer heute beruflich und welche Perspektiven sieht Michael Haaß nach seinem Karriereende?

Bernd Vollmer: Ich habe mich erst vor einem Jahr selbstständig gemacht und bin als Führungskräftecoach tätig. Wie jeder frisch gebackene Selbstständige bin ich dadurch momentan natürlich ziemlich eingespannt.
Michael Haaß: Natürlich hoffe ich noch einige Jahre erfolgreich Handball spielen zu können. Daneben möchte ich natürlich mein Studium der Elektrotechnik abschließen. Was ich dann im Endeffekt machen werde, lasse ich mir noch offen. Aber ich möchte dann auf jeden Fall die Wahl haben.


Welche Interessen verfolgt Ihr neben dem Handballsport?

Bernd Vollmer: Da spielt natürlich meine Tochter eine ganz zentrale Rolle. Sportlich halte ich mich im Fitnessstudio und durch laufen fit. Dazu kommt die intensive Lektüre von Fachbüchern und ich versuche mich am kochen.
Michael Haaß: Da bleibt nicht viel Zeit, das letzte halbe Jahr habe ich praktisch nur aus dem Koffer gelebt. Ansonsten musiziere ich gerne und habe auch ein Klavier in meiner Wohnung stehen. Im Sommer nimmt dann der Wassersport, vor allem das Surfen, eine zentrale Rolle in der Freizeitgestaltung ein.


Bernd Vollmer fragt Michael Haaß: Wie hast Du Dich als Ruhrpottler auf die Schwaben eingestellt?

Michael Haaß: Das ging erstaunlich gut. Der Ruf der Schwaben ist ja nicht unbedingt der Beste, ich kann die gängigen Vorurteile aber nicht bestätigen.


Michael Haaß fragt Bernd Vollmer: Wie hat Dir Deine Zeit in Essen gefallen?

Bernd Vollmer: Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Die Menschen dort sind wesentlich direkter wie die Schwaben, und der Ruhrpott ist definitiv viel besser und schöner als sein Ruf.


Eure Prognose für die Saison 2011/2012?

Bernd Vollmer: Ich sehe eine große Homogenität in der Truppe, deshalb ist jeder Spieler zu ersetzen. Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund die Ziele nach unten zu korrigieren, jedoch sollte man auch nicht zu viel erwarten.
Michael Haaß: Der Abgang von Lars tut uns sicher weh, er macht nun mal Tore, die sonst keiner macht. Die Mannschaft wird sich aber weiter entwickeln und ich bin mir sehr sicher, dass wir wieder eine schlagkräftige Truppe aufs Parkett schicken werden.


Das vollständige Interview finden Sie unter www.evergreen-gp.de
Wir bedanken uns recht herzlich für das sehr angenehme Treffen!